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Die neuen Collegia
All diese Aktivitäten bekamen einen neuen Fokus, als Georg Philipp Telemann 1701 an die Leipziger Universi-tät kam und in Bürgermeister Romanus einen einflussreichen Gönner fand. Mit dem charismatischen Telemann begann eine neue Ära des öffentlichen Musizierens in der Stadt, denn sein Collegium Musicum spielte die neues-te Musik nach italienischem Vorbild. Als er dann 1704 Kirchenmusikdirektor der Neukirche wurde, verstärkte die Misshelligkeiten zwischen ihm und dem inzwischen zum Thomaskantor avancierten Kuhnau. Telemann verließ 1705 überraschend die Messestadt, blieb ihr aber durch Kompositionen für das Opernhaus weiterhin verbunden.
Sein Nachfolger wurde Melchior Hoffmann, unter dessen Leitung das Collegium sehr bald landesweit Anerken-nung fand. Zweimal wöchentlich, „nemlich Mittwochs und Freytags von 8-10“, trafen sich bis zu 60 Personen im Caféhaus zum Musizieren! Noch 1790 wurde berichtet, dass „das öffentliche Conzert zu Leipzig“ unter Hoffmanns Leitung „in ganz besonderem Flore“ stand. Wie beliebt diese Einrichtung war, zeigt sich auch am Erfolg eines zweiten Collegium Musicum, das Johann Friedrich Fasch 1708 gründete und das als sogenanntes „Professorencollegium“ bekannt wurde.
Hoffmanns Ensemble entwickelte sich schnell zu einer Art „Kaderschmiede“ für deutsche Hofkapellen. Nach-mals berühmte Musiker wie Johann Georg Pisendel, Gottfried Heinrich Stölzel und Johann David Heinichen leiteten vertretungsweise das Ensemble, und seine Mitglieder wirkten später in Orchestern wie Eisenach, Weimar, Dresden und Merseburg.
Hoffmann verstarb überraschend 1715, und der Leipziger Rat einigte sich auf Johann Gottfried Vogler als Nach-folger. Nach kurzer Zeit erwies sich dies als echte Fehlentscheidung: Vogler floh 1719 während der Michaelis-messe „wegen gemachter Schuld“ und legte kurze Zeit später sein Amt nieder, nachdem seine Veruntreuung einiger Instrumente aus dem Neukirchenfundus bekannt geworden war.
Seit Telemanns Zeiten waren die Neukirchenmusikdirektoren automatisch Leiter des Collegium Musicum, das blieb auch unter Johann Balthasar Schott so. 1723 wurde ein beständiger Veranstaltungsort gefunden: Das Zim-mermannische Kaffeehaus in der Katharinenstraße sollte fast 20 Jahre lang Heimat des Collegium Musicum werden.
Kurz nach Schotts Amtsantritt starb Johann Kuhnau, neuer Thomaskantor wurde Johann Sebastian Bach. Dieser bemühte sich von vornherein, die üblen Streitereien zwischen St. Thomas und der Neukirche zu entschärfen. Viel spricht dafür, dass sich Schott und Bach arrangieren konnten, jedenfalls haben sie sich im Kirchendienst gegenseitig vertreten. Bachs große Stunde schlug aber erst, als Schott 1729 Stadtkantor in Gotha wurde.
Telemann
künstlerischer Leiter
Anfänge
Die neuen Collegia
Das
„Bachische“ Collegium musicum
Das Neue
Bachische Collegium Musicum
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