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| aktuelle Pressestimmen |
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| Leipziger
Volkszeitung, 18.05.2010 |
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| "historische
Konzerte" |
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| Auf
der Höhe der Kunst |
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Das
Große Konzert besteht im Gewandhaus seit
über 250 Jahren, doch die Rekonstruktion
der frühen Konzertprogramme ist heute eine
Herausforderung. Die erhaltenen "Concertzettel"
geben nur vage Auskunft, etwa, dass eine Sinfonie
von Haydn gespielt wurde. Welche Sinfonie, bleibt
ungewiss. Die Herkunft der Vokalkompositionen
dagegen lässt sich durchden abgedruckten
Text meist verhältnismäßig leicht
bestimmen.
Für die Reihe "Historische Konzerte"
im Mendelssohnsaal rekonstruierte das Neue Bachische
Collegium Musicum am Wochenende das Konzert
vom 10. April 1785. Vanhals einfallsreiche Sinfonie
D-Dur lebt von den Betonungen und Schwerpunkten,
die das bestens aufgelegte Kammerorchester unter
der Leitung des Geigers Albrecht Winter exzellent
umsetzt. Der zweite Satz entwickelt durch das
melodieführende Fagott interessante Klangfarben,
Haydns Sinfonie G-Dur (Hob. I:47) überrascht
anfangs durch sich reibende Hornsignale und
im dramatisch gesteigerten Finale mit einem
gezielt in der Generalpause platzierten Niesen
im Publikum.
Auf die beiden Sinfonien zum Beginn der beiden
Konzertteile folgte in der Programmkonzeption
jeweils eine Arie der damals die Vokalwelt beherrschenden
Italiener. Energiegeladen interpretiert Dorothea
Wagner die Arien von Gazzaniga und Bianchi und
schleudert die filigranen Verzierungen mit hellem
Sopran in die Höhe. Auf der Höhe musikalischer
Kunst befindet sich auch Sebastian Breuninger
als Violinsolist in Mozarts erstem Violinkonzert
B-Dur (KV 207), das der "Concertzettel"
nur als Violinkonzert ohne Nennung des Komponisten
angibt.
Die Wahl erweist sich, ob historisch wahrscheinlich
oder nicht, als anregendes Werk, das Breuninger
mit expressiven Solokadenzen zum Leuchten bringt.
Den Chor aus Hillers Oper "Lisuart und
Dariolette" übernimmt der Gewandhauschor,
bevor der zweite Konzertteil des stehend musizierenden
Ensembles mit Naumanns Sinfonie C-Dur endet,
die eigentlich eine dreiteilige Sinfonia zur
Oper "Armida" ist.
Auffällig ist, dass die Neugier des Publikums
auf neue Musik damals groß war und ausschließlich
Zeitgenössisches gespielt wurde - sämtliche
aufgeführte Komponisten lebten 1785 noch. |
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| Anja
Jaskowski |
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