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PRESSESTIMMEN - Auszüge
Historisches Konzert
Erfrischend, heiter, temperamentvoll Als sich der Konzertsaal des "Gewandhauses" im Gebäude der Tuchwarenhändler in der heutigen Universitätsstraße befand, hörte man Zeitgenossen. Komponistennamen wie Pichl, Vanhal oder Ditters von Dittersdorf waren geläufig und die Mischung von Sinfonien und Opernauszügen üblich. Mit seiner Reihe "Historische Konzerte" bringt das Neue Bachische Collegium Musicum (NBCM) ein Stück Gewandhausgeschichte zum Klingen. Am Samstagabend gab es ein rekonstruiertes Programm des Abonnementkonzertes vom 13. Januar 1785 zum Besten. Vor 225 Jahren waren böhmische Musiker hoch geschätzt. Das NBCM spielt die Sinfonie D-Dur von Václav Pichl, ein Stück heitere Klassik, erfrischend und temperamentvoll. Die prägnante Artikulation britzelt, der Klang ist satt; beschwingttänzerisches wird mit leichter Schärfe durch Akzentreichtum kontrastiert. Auch Jan Vanhals Sinfonie A-Dur nimmt das Kammerorchester dynamisch und mit Drive. Der zweite Satz ist ein kleines Doppelkonzert für zart-schwebende Flötentöne und schmeichelnde Cellocantilenen, wunderbare Kammermusik. NBCM-Kopf Albrecht Winter agiert und führt an der Geige gestenreich und kooperativ aus dem Zentrum heraus. Thomas Reinhardt interpretiert Carl Stamitz' gefälliges Fagottkonzert F-Dur elegant mit geschmeidigem Klang, locker in Läufen und Verzierungen, verträumt im langsamen Satz und mit schöner Binnendifferenzierung im gemächlichen Poco presto. Als weitere Solistin tritt Dorothea Wagner auf. Sie hat ein anspruchsvolles Programm zu bewältigen: Niccolò Piccinis Szene und Cavatine des Megacle aus der Oper "Olimpiade"; die Kantate "Salve Regina" von Giovanni Francesco de Majo sowie von Johann Christian Bach Szene und Arie der Rossane aus der Oper "Temistocle". Über dem engagierten und dramatisch-expressiven Geschehen im Orchester singt die junge Sopranistin mit klarem Timbre sowie leichter Höhe und wird mit anhaltendem Applaus bedacht. Auch der Gewandhaus-Chor leistet einen kurzen Programmbeitrag mit Johann Adolf Hasses "Cada il tiranno" aus der Oper "L'asilo d'amore": kraftvoll-energetisch und mit klarer Diktion rufen die Sänger die Herrschaft der Liebe herbei. Das zweieinhalbstündige Historische Konzert schließt mit einer dritten Sinfonie, diesmal in C-Dur und von Carl Ditters von Dittersdorf. Das NBCM besticht hier durch ausgezeichnetes Zusammenspiel in brillanten, gestochen scharf flitzenden Läufen in den Ecksätzen. Für heutige Ohren mag das Programm in seiner klassischen, damals zeitgenössischen Ausrichtung letztendlich etwas gleichförmig wirken. Aber interessant unterhaltend ist es allemal, Gehörte Geschichte.
Leipziger Volkszeitung, 18.01.2010, Heike Bronn
... Strahlend und frisch klingt das Ensemble unter Albrecht Winter. Freude an der musikalischen Entdeckung und am musikalischen Miteinander klingt aus jedem Werk. Präzision und Virtuosität verblüffen. Susanne Wettemann ist die Solistin in Hasses Oboenkonzert und überzeugt mit einem rundum weichen Ton. ...
... Gleich drei Sinfonien hält das kurzweilige Programm parat – musiziert mit Freude und Kenntnis und vor allem ausgewogen. Und dass da die eine oder andere Entdeckung am Wege liegt, versteht sich von selbst. ...
... Nun ließe es sich trefflich streiten, ob das damals so geklungen hat, oder eben nicht. Aber in jenem Bekenntnis des Neuen Bachischen Collegiums zu einer moderaten historischen Aufführungspraxis steckt schon die Auflösung. Und wie in jeder Sicht auf die Geschichte steckt auch in dieser eine gute Portion Gegenwart, eine gesunde im Übrigen. ...
Leipziger Volkszeitung, 06.10.2009, Tatjana Böhme-Mehner
… Sanft legt sich dieser warme Ockerklang auf die Strukturen, rundet sie, ohne ihnen die Klarheit zu nehmen, vermeidet alle Schärfe und bleibt doch präzise und transparent: Das Neue Bachische Collegium Musicum Leipzig hat unter seinem Leiter Albrecht Winter ein aufführungspraktisches Niveau erreicht, das auch dem Letzten zeigen müsste, dass es weit mehr darauf ankommt, wer ein Instrument bedient und wie, als darauf, welches es ist und von wann. …
… ist es ungeheuer aufregend zu verfolgen, wie der samtene Ton von Cornelia Grohmanns Klappen-Traversflöte, die Solovioline Winters und die elastischen Streicher sich gegenseitig umschmeicheln, umgarnen, umschlingen. …
… dann hat dieses Musizieren seinen Gipfel erreicht. Dann bewirkt Musik, was nur Musik bewirken kann: Sie öffnet ein Fenster zur Seele.
Lang anhaltender Applaus für den ersten Bachfest-Höhepunkt mit Leipziger Handschrift.
Leipziger Volkszeitung, 13.06.2009, Peter Korfmacher
… Das Neue Bachische Collegium Musicum erhält seine Musik nach wie vor frisch und lebendig. …
… Den glanzvollen Schlusspunkt des Geburtstagsständchens setzt die Ouvertüre (auch bekannt als „Orchestersuite“) D-Dur mit der berühmten „Air“. In Albrecht Winters Version hat der arg strapazierte Satz ein ange-nehm gehendes und fließendes Tempo. Die Gavotten nimmt er sehr beschwingt, stachelt mit Verve die Spiellust der Collegen an, um wiederum feierlich mit Pauken und Trompeten zu schließen.
Leipziger Volkszeitung, 24.03.2009, Heike Bronn

Bachisches Collegium fasziniert Publikum
Das Konzert mit dem Neuen Bachischen Collegium Musicum Leipzig war absolute Spitze, eine weitere Steigerung gibt es nicht! Die Tonqualität sowohl der Einzelspieler als auch des Ensembles mit 19 Instrumentalisten war hervorragend, die Instrumentaltechnik auf dem höchsten Stand.
Kein Wunder, waren es doch lauter Musiker aus dem berühmten Leipziger Gewandhausorchester. Doch das Faszinierende war die diffizile Gestaltung, und die lag in Händen des Geigers Prof. Albrecht Winter. Mit starker Körpergestik animierte er seine Spieler zu dieser Differenziertheit.
Wie zu Bachs Zeiten musizierten die Spieler im Stehen. …
... Diese Musik war ein rauschendes Klangfest. Gerne hätte man noch mehr Musik von diesem auserlesenen Ensemble mit den Stars Albrecht Winter, Violine, und Falk Stolzenburg, Oboe, gehört, doch nach einer Zugabe gab Winter, trotz unvermindertem Applaus, das Zeichen zum Abbruch. …

20.03.2007, Tuttlingen - Schwäbische Zeitung
… Dass diese Aufnahme trotz des meist getragenen Charakters der Stücke eine solche Leichtigkeit aus-strahlt, ist auch dem NBCM unter der Leitung von Albrecht Winter zu danken. Das Orchester musiziert mit federnder Transparenz, und Winter findet für jede Arie den passenden Duktus ...- kein Bach am Rechenschieber, sondern belebt von musikalischem Atem ...
02.06.2005, klassik.com – Rezension zur CD „Johann Sebastian Bach – Arias“
... der stehgeigende Dirigent Albrecht Winter (hat) mit dem Neuen Bachischen Collegium Musicum gut daran getan, das Weihnachtskonzert im Großen Gewandhaus-Saal mit einigen italienischen Momentan anzureichern ...
Wie Albrecht Winter seine Vision der stilbewussten Interpretation vermittelt, ist das nachvollziehbar, unterhaltsam, spannend – und nicht zuletzt auch inspirierend...
(Das kommt an. „Noch mal die Gigue? Ja?“ ruft Winter schließlich ins geneigte Publikum. Dieses will natürlich noch gerne noch einmal die Gigue. Also kriegt es die Gigue.)
Fazit: Es war ein erfrischendes und erfrischend unsentimentales Weihnachtskonzert.
24.12.2005, Leipzig Volkszeitung – Weihnachtskonzert

Erstklassiges Festkonzert: 25 Jahre Neues Bachisches Collegium Musicum
… Seit einem Jahr leitet Albrecht Winter von der Violine aus das Ensemble aus Gewandhaus-Reihen. Und der hat exzellente Arbeit geleistet. Er hat das Repertoire wieder an Bach und seinen Zeitgenossen festgezurrt. Hat sich in die Archive versenkt und Beachtliches zu Tage gefördert. …
… Diese Musizierhaltung zeigt, wie weit man auf neuen Instrumenten in der Alten Musik kommen kann, wenn man nur ihre strukturellen Eigenheiten respektiert und Emotion nicht mit Vibrato verwechselt. Winter und die Seinen musizieren im Stehen, mit einem Lächeln auf den Lippen und voller Hingabe. Das Ergebnis ist großartig und wirft die Frage auf, warum Barockmusik nicht immer so sinnlich beherrscht klingt, wenn sie von Gewandhausmitgliedern gespielt wird. …
… Erstklassiges Konzert eines erstklassigen Ensembles. Das Publikum ist begeistert.

Leipziger Volkszeitung, 4. Oktober 2004, Peter Korfmacher
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