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| LVZ;
09. 09. 2003, Tobias Wolff spricht mit Albrecht
Winter |
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Neue Bachische Collegium Musicum hat einen neuen
Leiter. Nach seinem Antrittskonzert im Mai will
Albrecht Winter in seiner ersten Spielzeit unter
dem Titel „Bachische Abend – Musicken“
der weltlichen Musik des Thomaskantors neues
Gewicht verleiehn. Auf alte Instrumente greift
er dabei nicht zurück. |
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| Was
machen sie anders als ihr Vorgänger Burkhard
Glaetzner? |
| Ich verzichte auf das Dirigieren,
leite das Ensemble von der ersten Geige aus,
setze stärker auf kammermusikalische Qualitäten.
Das ursprüngliche Repertoire soll wieder
mehr im Mittelpunkt stehen! |
| Ist
denn das Repertoire auf die Dauer groß
genug? |
| Ich möchte auch das Bewußtsein
für Umfeld und Einflüsse schärfen.
Da gehören Corelli und Telemann genauso
dazu wie die Komponisten der Leipziger Oper
oder der frühen Gewandhauszeit. Wir wollen
die Musik aufführen, die das Collegium
musicum der damaligen Zeit gespielt hat. Conferencen
und Bezüge zu Ausstellungen im Bach-Archiv
sollen das Bild abrunden. |
| Sie
treten auch als Solist in Erscheinung. Werden
Sie auch große Namen einladen? |
| Ich kann mir gut vorstellen,
dass man Spezialisten der Alte-Musik-Szene einlädt
– auch Dirigenten oder ein Gastensemble
mit historischen Instrumenten. |
| Sie
spielen aber weiterhin auf modernen Instrumenten... |
| Ja, denn die Musiker rekrutieren
sich nach wie vor aus dem Gewandhausorchester. |
| Ist
das NBCM denn in dieser Form noch zeitgemäß? |
| Auf jeden Fall! Schauen Sie
sich Brüggen an, Herweghe, Norrington.
Sie alle gastieren bei den großen Orchestern,
um die Erkenntnisse, die man beim Musizieren
auf alten Instrumenten gewonnen hat, auf moderne
zu übertragen. Das Repertoire für
uns „traditionelle“ Musiker schrumpft,
wenn wir nicht für neue Impulse offen sind. |